HC Weiden III : 1.Männer - 28:29 [Spielbericht]
Erste Herren ringt Weiden in „Nailbiter“ nieder!
Wie schon zum ersten Auswärtsspiel der Saison ging es für die Erstvertretung des TuS vergangenen Samstag nach Würselen. Mit der dritten Mannschaft des HC Weiden traf man auf den direkten Tabellennachbarn, entsprechend ging niemand aus dem Wesselinger Tross von einer klaren Sache aus. Die letztendliche Dramatik hätte man sich dennoch wohl sparen können. Aber der Reihe nach…
Die Partie begann für die Mannen von Tillmann, der ohne den erkrankten Bissmann coachen musste, mit einer Saisonpremiere: zum ersten Mal hatte man keine Anlaufschwierigkeiten und gestaltete die Anfangsphase nach den eigenen Vorstellungen. Die Weidener Abwehr fand zunächst kaum ein Mittel gegen die „Erste“, während Altmeister Rieder seinen Kasten, unter anderem mit zwei gehaltenen Siebenmetern in den ersten drei Minuten, fast gänzlich sauber hielt, sodass nach exakt acht Minuten ein 1:5 auf der Anzeigetafel stand. Die Heimmannschaft aber ließ sich nicht unterkriegen, machte den Chemiestädtern das handballerische Leben nun auf beiden Seiten des Platzes schwerer und kam wieder ran. Den Ausgleich (13:13, 27.) konterte der TuS aber durch Routinier Stabauer, der dem Team oft im Spiel die nötige Ruhe gab, und den starken Krune zur wichtigen 13:15 Halbzeitführung.
Besagter Stabauer war dann auch die prägende Figur zu Beginn der zweiten Halbzeit, als das rote Ballett erneut den besseren Start erwischte und man sich schnell wieder einen Puffer erspielen konnte (14:19, 37.). Wieder jedoch antwortete der HC mit einer starken Phase und verkürzte auf ein Tor. Den TuS aber zeichnete eine Sache an diesem Nachmittag im Aachener Land besonders aus: wie die angesprochenen Rieder, Stabauer und Co übernahmen immer wieder Spieler Verantwortung und führten das Team in schwierigen Momenten. So war es in diesem Fall der überragende Tobi Baumann, der einem das Gefühl gab, er habe schlicht entschieden, dass die Punkte mit zurück in die Chemiestadt kommen. Fast exakt bei 52 gespielten Minuten stellte er auf 20:26.
Wer diesen Artikel bis hierhin aufmerksam gelesen hat, weiß, dass noch etwas mit „unnötiger Dramatik“ kommt. Genau so lassen sich wohl die letzten Minuten beschreiben. Die Hausherren stemmten sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage, der TuS wiederum ließ in dieser wichtigen Phase plötzlich vorne wie hinten einige Qualitäten vermissen, die einen in die ja eigentlich so gute Ausgangslage für die Schlussminuten gebracht hatte. So kam Weiden Stück für Stück ran, obwohl Hexer Rieder auch in dieser Phase wieder einige Hochkaräter entschärfte. Vierzehn Sekunden vor Ende dann der Worst Case- nach sechs Toren Vorsprung kurz vor Schluss noch der Ausgleich.
Aber wir alle lieben den Handball ja für seine Schnelllebigkeit… Nach dem Ausgleichstor verhinderte ein Weidener Spieler die regelkonforme Ausführung des Anwurfs. Zu diesem Zeitpunkt der Partie gibt es hier nur ein korrektes Strafmaß: rot und Siebenmeter! Und wir sprachen ja schon über Spieler, die Verantwortung übernehmen: Elf Sekunden auf der Uhr, Unentschieden, Ali Ali am Siebenmeterpunkt. Bumm! Der HC konterte nochmal, doch unsere Wesselinger erlaubten nur noch einen direkten Freiwurf, der unter rot-weißen Jubelschreien über das Tor in der Parkstr. segelte. Das Resümee von Coach Tillmann: „Nach dem wir bis zur 52. Minute - dem Zwischenzeitlichen 20:26 - Spiel und Gegner gut im Griff hatten, sorgten Unkonzentriertheiten im Abschluss zum Wiedererstarken des Gegners. Sechs nicht verwandelte 100%ige wurden von Weiden jeweils im Tempogegenstoß mit Toren gegen uns bestraft. Da haben wir uns leider aus dem Konzept bringen lassen. Ich hoffe, das war für alle ein Reifeprozess!“ Letztlich also zwei hart erkämpfte Punkte gegen einen direkten Konkurrenten, die man sicher entspannter über die Zeit bringen kann und muss, die den folgenden Mannschaftsabend ob der Dramatik aber nur noch süßer machten.
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